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Meine ersten Tage mit der Spenderniere

Posted by sura1 - 16. Mai 2008

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Der Harn rinnt in Strömen!!!…..

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schön es ist, wenn man nach solanger Zeit wieder einmal einen Druck auf der Blase verspürt. Ich habe bei der Operation einen Blasenkatheter eingesetzt bekommen. Über eine Kanüle in der Halsvene wurde meinem Organismus in den nächsten Tage Unmengen von Flüssigkeit zugeführt. Damit will man im Krankenhaus die Funktionsfähigkeit der Niere prüfen.

Bei der Einlieferung hatte ich ein Gewicht von ca. 62 kg. Durch die Zuführung von Infusionen hatte ich am Tage nach der Operation 70 kg – soviel wie noch nie in meinem Leben. Ich mußte die ersten beiden Tage nach der Transplantation ca. 6 Liter Flüssigkeit zu mir nehmen, was nicht sehr einfach war. Zusätzlich bekam ich Infusionen und kam so auf 9 Liter.

Gottseitdank arbeitete meine neue Niere vom ersten Augenblick an perfekt; es gab überhaupt keine Komplikationen – bis auf eine Ausnahme ist es bis heute so geblieben!

Bereits einen Tag nach der Operation war ich wieder auf den Beinen. Ich konnte mich am Morgen des 5. Juni 2006 alleine aus dem Bett erheben und einige Schritte mit Hilfe einer Krankenschwester gehen. Mir ging es den Umständen entsprechend gut und ich war in einer noch nie dagewesenen Hochstimmung. Ich war einfach überglücklich, dass ich die Operation so gut überstanden hatte. Tief in meinem Inneren hatte ich sowieso nie daran gezweifelt, dass bei der Transplantation oder danach etwas schief gehen würde.

Auszug aus dem Befund kurz nach der Operation:

Die Operation wurde am 4.6.2006 komplikationslos durchgeführt, das Transplantat zeigte von Anfang an eine gute Funktion mit einem stetigen Kreatininabfall, zuletzt bei 1,44 mg/dl.

Bedeutung von Kreatinin:

http://www.netdoktor.at/laborwerte/fakten/niere/kreatinin.htm


Kreatinin wird im Serum und im Urin (24-Stunden-Sammelurin) bestimmt. Während der Urinsammelperiode soll kein Fleisch gegessen und keine körperliche Arbeit verrichtet werden.

Referenz-/Normalwerte

alte Einheit SI-Einheit
Männer Blut 0,84-1,25 mg/dl 74-110 µmol/l
Frauen Blut 0,66-1,09 mg/dl 58-96 µmol/l
Kinder ab einem Jahr Blut 0,25-0,62 mg/dl 22-55 µmol/l
Erwachsene über 50 Jahre Blut 0,84-1,25 mg/dl 74-110 µmol/l
Männer Urin 8,7-24,6 mg/kg x 24 h 77-217 µmol/kg x 24 h
Frauen Urin 7,3-21,4 mg/kg x 24 h 65-189 µmol/kg x 24 h
Kinder Urin 7,2-13,1 mg/kg x 24 h 64-116 µmol/kg x 24 h

Postoperativ war keine Dialyse mehr notwendig!

In den ersten Tagen nach der Operation mußte ich folgende Medikamente zu mir nehmen:

  • Rapamune 4 mg nach Spiegel
  • Aprednisolon 5mg 4-0-0ertr
  • Myfortic 720mg 1-0-1
  • Iterium 1mg 0-0-0-1
  • Norvasc 5 mg 1-0-1
  • Pantoloc 40 mg 1-0-0
  • Dilatrend 25 mg 1-0-1
  • Fositens 20 mg 1-0-0
  • Bactrim forte 1-0-0
  • KCl retard 1-1-1


Das waren in den ersten Tagen fast 20 Tabletten, jede einzelne mit mehreren Nebenwirkungen. Ich vertrug die Tabletten jedoch ausgezeichnet und mir ging es von Tag zu Tag besser.

Ich war im 22. Stock des AKH Wien in der Abteilung für Transplantationen untergebracht. Bereits am Dienstag, dem 6. Juni 2006 durfte ich das erste Mal die Abteilung verlassen. Ich fuhr mit dem Lift ins Erdgeschoß, um mir einige Zeitschrift zu kaufen und hatte dabei keine Probleme. Außerdem freute ich mich schon tierisch auf die kommende Fußball-WM, welche am 9. Juni 2006 beginnen würde.

Mir ging es bis auf die Tatsache, dass ich mit einem Blasenkatheter herumlaufen mußte, ausgezeichnet – ich hatte großen Appetit, die Nierenwerte waren sehr gut und auch die Ärzte waren mit meinen Fortschritten sehr zufrieden. Es gab ürbehaupt keine Komplikationen! Was für ein Glück, dass die Spenderniere so gut arbeitete. Obwohl ich sonst nicht gläubig bin, habe ich in dieser Zeit auch zu Gott gebetet und ihm für alles gedankt.

Bereits einen Tag nach der Operation konnte ich meinen ersten Besuch empfangen. Mein guter Freund Helmut Hutter kam mich besuchen. Er wohnt in Wien, so hatte er es nicht allzuweit zum AKH. In den nächsten Tagen haben mich dann auch meine Nicht Tanja (arbeitet in Wien) und einige meiner Geschwister in Wien besucht. Ich durfte schon nach 5 Tagen ins Freie und einen kurzen Spaziergang unternehmen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Transplantierten gab es bei mir keinerlei Abstoßungsreaktionen – ich mußte weder im Zimmer noch bei meinen kurzen Spaziergängen außerhalb des AKH eine Schutzmaske tragen. Es war einfach nicht notwendig, weil es mir so gut ging!!!

Fortsetzung folgt…//..//..//…..

Eine Antwort to “Meine ersten Tage mit der Spenderniere”

  1. Gerda said

    Hallo, beim „Suchen“ nach Kreatininwert Spenderniere bin ich gerade auf diesen Beitrag gestoßen. Mein Mann hat seit Sonntag eine Spenderniere. Am 1. Tag danach lief alles bestens, eine ungewöhnlich große Menge Urin befand sich im Urinbeutel. Gestern (3 Tage nach OP) hat mein Mann zum ersten Mal zu trinken bekommen. Von den 2,9 l befanden sich heute nicht mehr als 100 ml im Urinsack. Der Kreatininwert ist von 6 auf 7 gestiegen. Ich mache mir sehr große Sorgen. Die Niere soll heute noch punktiert werden, Ergebnis ist erst morgen (spätnachmittags) da. Ich hatte heute den Eindruck, als wenn eine Dialyse unbedingt erforderlich ist. Mache mir große Sorgen und mußte das alles einmal los werden.

    Aber der positive Bericht macht mir Mut und ich hoffe sehr, daß die Ärzte in der Uniklinik in Düsseldorf das alles noch in den Griff bekommen.

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