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Acrylmalerei, Mischtechniken, Webdesign

4.6.2006: Beginn eines neuen Lebens

Posted by sura1 - 8. Mai 2008

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Phantastisch – ich bekomme eine Spenderniere!

Im Sommer 2005 hatte ich immer größere Probleme mit meiner rechten Niere. Die linke arbeitete schon seit Jahren nicht mehr – die rechte auch nur noch zu ca. 40%. Die Leistung der Niere wurde jedoch von Jahr zu Jahr immer schlechter.

Im September 2005 ging es mir sehr schlecht – ich mußte am 13. September ins Landeskrankenhaus Klagenfurt. Nach kurzer Untersuchung war die Diagnose klar:

  • akutes Nierenversagen und daraus resultierend
  • sofortige Blutwäsche und warten auf eine
  • Nierenspende

Ich verbrachte ganze 52 Tage im Krankenhaus; in dieser Zeit ging es mir nach anfänglichen Problemen eigentlich von Tag zu Tag besser – durch die Dialyse (Blutwäsche) konnte ich wieder aufstehen, spazierengehen und einigermaßen am Leben teilnehmen.

Dialyse-Shunt:

Mitte Oktober 2005 wurde ich dann an meiner linken Hand operiert – mir wurde ein „Dialyse-Shunt“ angelegt. Dadurch war es erst möglich, meine Blutwäsche erträglich zu gestalten. Bis dahin hatte ich einen Anschluß in meiner Halsvene und mußte die 4-stündige Dialyse vollkommen bewegungslos ertragen.

Was ist nun ein Shunt?

Bei Dialysepatienten wird künstlich ein Shunt (oder auch arteriovenöse Fistel) angelegt, um ein dickvolumiges Gefäß zur Verfügung zu haben, mit dem man eine Hämodialyse durchführen kann. Dieses Verfahren wurde 1960 von Belding Scribner entwickelt.

Die bevorzugte Lokalisation für einen Dialyseshunt ist die Verbindung zwischen der Arteria radialis und der Vena cephalica am Unterarm. Dieser Shunt wird nach den Erstbeschreibern auch Cimino-Brescia-Shunt genannt. Weitere Möglichkeiten für einen Dialyseshunt am Oberarm sind die Verbindungen der mobilisierten und unter die Haut verlagerten Vena basilica mit der Arteria brachialis (sog. Basilica-Shunt) oder zwischen Vena cephalica und Arteria brachialis (sog. Cephalica-Shunt).

Dialyseshunts sind für Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Niereninsuffizienz) überlebenswichtig.

(Quellenangabe: de.wikipedia.org/wiki/Shunt_(Medizin) )

Die erste Operation verlief leider nicht erfolgreich, weil der Shunt nicht funktionierte – ich war sehr enttäuscht und verzweifelt, weil ich endlich aus dem Krankenhaus wollte.

In dieser schweren Zeit stand mir meine Ex-Gattin Annemarie (wir hatten uns im Sommer nach 5 Jahren Ehe einvernehmlich getrennt) mit ihrer Hilfsbereitschaft, Güte, Anteilnahme und Freundschaft unverrückbar zur Seite. Sie hat mich fast jeden Tag im Krankenhaus besucht, mir Mut zugesprochen und mich wieder aufgebaut.

Ich kann Dir, liebe Annemarie, noch heute gar nicht genug danken – Du bist für mich im Rückblick gesehen meine Lebensretterin gewesen. Ohne dich hätte ich die Probleme wahrscheinlich nicht so leicht überstanden.

Ich mußte also noch einmal operiert werden. Der 2. Shunt funktionierte gottseidank reibungslos; somit konnte ich dann nach 52 Tage am 4. November 2005 das Krankenhaus wieder verlassen.

Natürlich mußte ich auch weiter jeden 2. Tag zur Hämodialyse, wobei ich diese ambulant in der Dialysestation des Herrn Dr. Jilly in Klagenfurt durchführen lassen konnte. Durch meine Krankheit habe ich leider auch meine Arbeit verloren. Ich war nicht mehr in der Lage, meinen Beruf auszuüben.

Warten auf eine Spenderniere:

Nachdem ich mehrere Untersuchungen über mich ergehen lassen mußte, kam ich auf die Warteliste für eine Organtransplantation.

Wartelisten:

In den österreichischen Transplantationszentren werden die Wartelisten für Patientinnen und Patienten, die dringend ein Organ benötigen, geführt. Wenn Personen auf die Warteliste gesetzt werden, wird gleichzeitig auch eine Aussage über die Dringlichkeit der Transplantation getroffen.

Durch die Stiftung Eurotransplant werden pro Organ die nationalen Wartelisten zusammengeführt, um so Patientinnen und Patienten möglichst schnell mit dem passenden Organ versorgen zu können.

Mitgliedschaft bei Eurotransplant:

Neben Österreich sind die BENELUX-Staaten, Deutschland, Kroatien und Slowenien Mitglieder bei Eurotransplant International (http://www.transplant.org), einer gemeinnützigen Vereinigung mit Sitz in Leiden (Niederlande).

Eurotransplant überwacht die Qualitätsstandards bei der Organspende und Transplantation, führt die Wartelisten der Empfänger aller Mitgliedsländer und ermittelt jenen Empfänger, der das gemeldete Organ erhalten soll (Organallokation). Da in der Eurotransplant-Region über 118 Millionen Menschen leben, erhöht die Mitgliedschaft bei dieser Organisation die Chancen für Patienten, die sehr dringend ein Organ benötigen oder sehr seltene Gewebemerkmale aufweisen, rechtzeitig ein passendes Organ zu finden. Die Ermittlung des Empfängers erfolgt mittels eines EDV-Punktesystems, das die Dringlichkeit der Transplantation, die medizinische Eignung des Organs für den Empfänger (hier gibt es je nach Organ unterschiedliche Anforderungen), die Reihung auf der Warteliste, die regionale Nähe (Transportzeiten) und das Herkunftsland des Spenders berücksichtigt.

Da dem Faktor des Organ-Herkunftslandes seit jeher großes Gewicht zukommt, profitieren österreichische Patienten und Patientinnen auf der Warteliste unmittelbar von der Meldung von Organspendern in Österreich.

Nähere Informationen zu den Aufgaben von Eurotransplant finden Sie unter
www.transplant.org
Eurotransplant International Foundation
Plesmarlaan 100
2332 CB Leiden
Tel.: 0031 71 579 5795, Fax: 0031 71 579 0057
Postaladress:
P.O. Box 2304
2301 Leiden
The Netherlands

Ich mußte nun also 3x in der Woche zur Blutwäsche. Meine große Hoffnung war, dass ich bald eine Spenderniere bekomme.

Nierenspende:

1. Todesfeststellung vor einer Organentnahme

Voraussetzung für eine Organentnahme ist die Feststellung des Todes durch einen unabhängigen Arzt. In der Praxis wird die sogenannte Hirntoddiagnostik von zumindest zwei Ärzten durchgeführt. Diese dürfen weder in die Organentnahme noch in die Transplantation involviert sein und auch in keinem persönlichen Verhältnis zum Spender oder Empfänger stehen. Die Todesfeststellung muss dem Stand der Wissenschaft entsprechen.

2. Lebendspende

Als Alternative zur Organspende von Verstorbenen gilt die Lebendspende: Die Organspende von Lebenden ist gesetzlich nicht explizit geregelt. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die gesetzlichen Bestimmungen über die Organspende von Verstorbenen sinngemäß anzuwenden und auch die im Strafgesetzbuch gezogenen Grenzen für Eingriffe in das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Menschen zu beachten sind. Das bedeutet, dass Rechtsgeschäfte mit Organspenden zu Zwecken der Transplantation auch bei der sogenannten Lebendspende verboten sind.

Lebendspenden kommen derzeit vor allem bei Nieren- und Leberorganen vor.

3. Juni 2006 – der heißersehnte Anruf ist da!!

Ich ging weiter zur Dialyse – immer in der Hoffnung, bald eine Spenderniere zu bekommen. Mir war bewußt, dass in Österreich die durchschnittliche Wartezeit bis zu 2 Jahren beträgt. Am Samstag, dem 3. Juni kam dann der Anruf, welcher mein Leben wieder lebenswert gemacht hat. Gegen 11,00 Uhr vormittags wurde ich von der Ordination Dr. Jilly verständigt, dass für mich eine Spenderniere vorhanden wäre.

Ich mußte noch zur Dialyse nach Klagenfurt – dann ging es mit dem Rettungswagen nach Wien ins AKH (Allgemeines Krankenhaus). Auch bei dieser Fahrt war meine Ex-Gattin Annemarie dabei und hat mir Mut zugesprochen. Ich möchte ihr auch dafür noch einmal extra danken!!

Nach entsprechender Vorbereitung begann dann am Sonntag, dem 4. Juni 2006 um 06,00 Uhr in der Früh meine Operation. Die Spenderniere kam mit dem Flugzeug aus Brüssel. Ich erfuhr nur soviel über den Spender, dass dieser Mann 40 Jahre alt geworden war und bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen sei.

Die Operation dauerte ca. 4 Stunden und ich erwachte gegen 14,00 Uhr des gleichen Tages aus meiner Narkose. Die Spenderniere funktionierte sofort und nahm sogleich ihre Arbeit auf und begann die Giftstoffe aus meinem Körper zu filtern und auscheiden.

Ich war nach kaum einem Tag bereits auf den Beinen und konnte nach 12 Tagen das Krankenhaus in Wien mit einer neuen und voll funktionsfähigen Niere verlassen. Ich konnte mein Glück zuerst gar nicht fassen und brauchte einige Tage, um das Geschehene zu verdauen.

Das Leben mit einer Spenderniere ist einfach fantastisch!!

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